GEM-IT 2026: IT-Kooperation von BG ETEM, BGHW und BG Verkehr nimmt Fahrt auf

Vor einem Jahr stand GEM-IT – die gemeinsame IT von BG ETEM, BGHW und BG Verkehr – noch am Anfang. Doch der Name war von Anfang an Programm: Das Projekt gilt als echtes Juwel. „Eben ein echter Wert, der hier in der und für die SIGUV geschaffen wird“, fasste Heribert Kleber, IT-Leiter bei der BG ETEM, es damals zusammen. Jetzt, pünktlich zu den ersten warmen Frühsommertagen, haben wir uns wieder mit ihm getroffen, um ein Update einzuholen.

Der Kooperationsvertrag lebt: GEM-IT startet als Matrix-Organisation

„Seit dem 1. April 2026 wird der Kooperationsvertrag mit Leben gefüllt“, erklärt Heribert Kleber. „GEM-IT hat den Projektstatus hinter sich gelassen und ist jetzt eine Matrix-Organisation, bestehend aus ungefähr 40 Mitarbeitenden der Berufsgenossenschaften. Verantwortlicher Leiter bin ich, wobei ich mich eng mit Frank Hellwig von der BG Verkehr und Thomas Zilch von der BGHW abstimme.“
 
Weiterhin besteht das Ziel, die IT-Prozesse der drei Berufsgenossenschaften bis 2030 zu bündeln. „Langfristig streben wir an, dass 80 bis 90 Prozent der IT-Mitarbeitenden GEM-IT zugeordnet werden“, ordnet Heribert Kleber ein. „Aktuell gibt es insgesamt knapp 300 Angestellte in den IT-Abteilungen, also sprechen wir da von etwa 250 Beschäftigten, wenn wir dieses Ziel erreicht haben.“

Gemeinsames Ziel bis 2030: Bündelung der IT-Prozesse und Fokus auf Supply-IT

GEM-IT_NL_GRAFIK.jpgDabei wird GEM-IT in erster Linie Aufgaben der Supply-IT übernehmen, während jeweils eine hauseigene Demand-IT bestehen bleiben wird. „Dieses Bindeglied zwischen den Fachbereichen und der IT brauchen wir auch, insbesondere wenn wir an die Koordination der Zusammenarbeit im Rahmen von UV Nexus denken“, erklärt Heribert Kleber mit Blick auf die große IT-Kooperation in der gesetzlichen Unfallversicherung, die weitere Berufsgenossenschaften mit an den Tisch bringt und dieses Jahr offiziell gestartet ist. „Wir verfolgen viele verschiedene Fäden und sind auf vielen verschiedenen Ebenen unterwegs – und das ist höchst spannend.“
 
Aktuell gliedert sich GEM-IT in sechs Teams, die sich im Wesentlichen mit IT-Infrastrukturthemen beschäftigen. „Das Team ‚Storage‘ stellt zum Beispiel die technologische Basis im SIGUV-Rechenzentrum in Alzey bereit,“ erklärt der Organisationsleiter und blickt dabei auf die Anfänge der gemeinsamen IT-Arbeit zurück: „Seit 2018 werden die Module 1 und 2 des Rechenzentrums zum Housing genutzt. Jetzt, in 2026, starten wir dort einen echten gemeinsamen Betrieb, mit gemeinsamen Personal und gemeinsam beschafften Komponenten.“

Gemeinsamer Betrieb im SIGUV-Rechenzentrum Alzey ist gestartet

So weit wollte GEM-IT schon zum Jahresende 2025 sein, aber vor allem Lieferengpässe haben den ursprünglichen Termin platzen lassen, wie Heribert Kleber erklärt: „Der Markt war ziemlich leergeräumt, aber jetzt sind die Komponenten alle da und kommen vor Ort zum Einsatz.“ Der Ansatz des gemeinsamen Betriebs war bereits bei der Beschaffung gegeben: „Keine dieser Komponenten gehört einem Haus alleine. Der Punkt, an dem das so war und Maschinen auch mal eifersüchtig gehegt wurden, ist lange überschritten und wir wollen auch nicht dahin zurück. Wir kommen aus Hamburg, München, Wuppertal, aus Wiesbaden oder Köln – und wir betreiben, administrieren und pflegen dieses System gemeinsam.“
 
Das Ziel ist also klar, aber noch nicht ganz erreicht. „Noch sind nicht alle Prozesse definiert“, erläutert der Organisationsleiter. „Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten bei einem der Häuser, haben ein IT-Problem, geben ein Ticket auf und ihr Erstansprechpartner ist zwar bereits jemand von GEM-IT, hat für dieses konkrete Problem aber eben nur das Ticketsystem seines Hauses zur Verfügung.“

Auf dem Weg zu einer eigenen Organisationskultur

Heribert Kleber lässt sich davon allerdings nicht beirren: „Was dabei wirklich herausragend ist, ist dass niemand an früheren Prozessen festhält, sondern alle an neuen, gemeinsamen Prozessen mitarbeiten. Wenn wir uns neuen Themen nähern, erarbeiten wir uns die Grundlagen gemeinsam und organisieren zusammen entsprechende Schulungen. Das macht auf keinen Fall mehr jedes Haus für sich.“
 
Einige formale Hürden gibt es noch zu nehmen, wie Heribert Kleber erklärt: „Wir bringen Menschen in einer neuen Organisationsform zusammen – nicht nur haus-, sondern auch standortübergreifend. Das erfordert einen erhöhten Abstimmungsbedarf bei den Dienstplänen, aber solange unser größtes Problem ist, die Feiertagsdienste über Bundesländergrenzen hinweg zu planen, bin ich zuversichtlich, dass wir langfristig eine eigene Organisationskultur finden und gemeinsam die IT von drei Berufsgenossenschaften stemmen werden“, schließt der Organisationsleiter das Gespräch.

SMK