„In der gesetzlichen Unfallversicherung haben wir eine Vielzahl an gemeinsamen Gremien, welche die Möglichkeit bieten, sich auch abseits des Tagesgeschäfts auszutauschen“, beschreibt Jörg Botti das vertrauensvolle Klima in der Branche. „Wir kennen uns alle gut.“
Eine existentielle Frage
Dabei wurde klar, dass gewisse Herausforderungen alle Unfallversicherungsträger betreffen, darunter nicht zuletzt der demographische Wandel. „In den nächsten sieben Jahren wird über ein Drittel unserer Beschäftigten in den verdienten Ruhestand gehen“, erklärt der Hauptgeschäftsführer der BG ETEM. „Das müssen wir durch Weiterentwicklungen in der IT, durch Digitalisierung und KI-Lösungen auffangen – denn diese Stellen werden wir aufgrund des Fachkräftemangels am Arbeitsmarkt nicht so einfach neu besetzen können.“
Hinzu kommen die Bedürfnisse der Mitglieder und Versicherten, die erwarten, dass ihre Anliegen effizient bearbeitet werden. „Wir brauchen digitale, bürgernahe Prozesse, die Verwaltungen entlasten und den Ansprüchen der Nutzenden gerecht werden.“
Der Ernst der Lage sei dabei nicht zu unterschätzen: „Es geht um die Leistungsfähigkeit der Sozialversicherung. Das ist also eine existenzielle, gesellschaftliche Frage, die wir beantworten müssen“ stellt Jörg Botti klar.
Dabei ist es zentral, von den Bedürfnissen und Erwartungen der Versicherten her zu denken. „Deswegen legen wir einen klaren Schwerpunkt auf Automatisierung, zum Beispiel bei manuellen Arbeitsschritten wie der Anlage des Versicherungsfalles oder der Rechnungsprüfung“, erklärt Jörg Botti. „Das schafft Kapazitäten für die Tätigkeiten, die wir nicht digitalisieren können.“