SIGUV DS – Die Formular-Plattform ist bereit für die Zukunft

Dieser Shared Service leistet als Dokumentensystem (DS) im Hintergrund wertvolle Arbeit: Von der Erstellung bis zum Druck begleitet SIGUV DS die Verwendung von Formularen in der gesetzlichen Unfallversicherung. Wir sprachen mit Rolf Willems, stellvertretender Hauptabteilungsleiter IT bei der BGHW und Produktverantwortlicher von SIGUV DS, über den aktuellen Stand und die kommende Weiterentwicklung der Plattform.

„SIGUV DS ist die technologische Plattform für das Design, die Verwaltung und die Nutzung von Formularen“, fasst Rolf Willems den grundlegenden Zweck dieses Shared Service zusammen. „Er ist als Gemeinschaftsprojekt der SIGUV-Kooperationspartner entwickelt worden und wird diesen sowie allen weiteren potentiellen Interessenten in der gesetzlichen Unfallversicherung zur Verfügung gestellt.“

Bereitstellung und Support übernimmt die BGHW. „Dabei geht es nicht nur um den Betrieb,“ erklärt Rolf Willems, „sondern auch um die Weiterentwicklung der Plattform sowie Beratungs- und Einführungsunterstützung.“

Die grundlegende Entwicklung der Formulare erfolgt ergänzend über den Shared Service SIGUV Formulare, wie der Produktverantwortliche erklärt: „Dahinter steht ein Team von Mitarbeitenden der Unfallversicherungsträger der SIGUV mit großem fachlichem Wissen und Expertise, das für die Kooperationspartner übergreifend nutzbare Formulare konzipiert und umsetzt. SIGUV DS ist sozusagen der Herd, auf dem die Mahlzeiten zubereitet werden, für die SIGUV Formulare die Rezepte erstellt.“

Rechtssichere Standards für jede Situation

Gerade der Ansatz, dass die Formulare hausübergreifend genutzt werden können, macht eine gemeinsame Plattform unabdingbar. „Wir wollen sicherstellen, dass die Formulare gleichen Standards folgen und vor allem rechtssicher sind“, erklärt Rolf Willems. „Das bekommen Sie durch Bausteine nicht hin, da diese jedes Mal neu angeordnet werden müssten, was die Fehleranfälligkeit steigern würde. Deswegen gibt es eine gemeinsame Plattform, auf der wir rechtssichere Formulare für jede Situation an einer Stelle hinterlegen, pflegen und zugänglich machen.“

Das erklärt auch die auf den ersten Blick hohe Anzahl an Formularen innerhalb von SIGUV DS. Rund 2.500 befinden sich bereits im System. „Alle interessierten Unfallversicherungsträger, auch außerhalb der SIGUV-Kooperation, können darauf zugreifen, wenn sie eine entsprechende Vereinbarung mit der BGHW als Produkteigentümer treffen“, erläutert Rolf Willems. „Deswegen wird ein breites Spektrum abgedeckt, vor allem im Bereich Reha und Leistung (RuL), auf den allein sich etwa 1.250 Formulare beziehen.“

Datensicherheit und Nutzungsfreundlichkeit

Dabei werden die Prozesse zunehmend automatisiert und finden im Hintergrund statt. „Wenn im Frontend alle grundlegenden Eingaben getätigt worden sind, läuft das direkt durch bis zum Ausdruck“, beschreibt Rolf Willems die Nutzungsfreundlichkeit der Plattform. „Sobald die notwendigen Voraussetzungen – rechtlich und technisch – geschaffen worden sind, wird der Papierausdruck langfristig wegfallen und das Formular digital zugesendet werden können.“
In diesem Punkt betont der Produktverantwortliche die Datensicherheit und stellt klar, dass keine KI-Anwendungen bei SIGUV DS zum Einsatz kommen: „Was in der Verarbeitung der Formulare passiert, sind einfache Logiken für automatisierte Prozesse, keine künstliche Intelligenz, die Daten zum Lernen sammelt und dann damit Inhalte generiert.“

Bereit für die Zukunft

Ohnehin tut sich gerade viel bei SIGUV DS, wie Rolf Willems beschreibt: „Der Shared Service ist im Jahr 2011 aufgelegt worden. Das Produkt ist also 15 Jahre alt und entsprechend sieht die Oberfläche aus. Diese muss natürlich zeitgemäß umgestaltet werden, als übersichtliche Portal-Oberfläche für die Frontend-Nutzung. Auch im Hintergrund passiert viel, um die Plattform technisch auf dem neuesten Stand zu halten. Daran arbeiten wir gerade, auch vor dem Hintergrund der Zusammenarbeit im Rahmen von UV Nexus.“

Für diese neue IT-Kooperation in der gesetzlichen Unfallversicherung sieht der Produktverantwortliche den Shared Service gut vorbereitet: „Wir haben bereits 4.000 Nutzer und sind jederzeit bereit, SIGUV DS zu erweitern, damit er auch von anderen Mitgliedern der UV Nexus-Kooperation genutzt werden kann.“

Gemeinsame Arbeit steigert den Wert und senkt den Aufwand

Dass die Inbetriebnahme bei anderen Unfallversicherungsträgern gut funktioniert, erklärt Rolf Willems am Beispiel des GUV Oldenburg, wo der Shared Service seit Ende des Jahres 2025 zum Einsatz kommt: „Jedes Haus sollte prüfen, welche der eigenen Formulare über SIGUV DS bereits abgedeckt werden, was bei der Anzahl an bereits vorhandenen Formularen aber sehr häufig der Fall ist. Besonderheiten können natürlich auch hinzugefügt werden: Aktuell gibt es rund 500 trägerspezifische Formulare in SIGUV DS, wobei wir Möglichkeiten zur Konsolidierung durchgehend prüfen.“

In diesem Punkt wird laut Rolf Willems der Charme des Shared Service besonders sichtbar: „Wenn man gemeinsam an Formularen arbeitet, können diese in Zukunft auch von allen genutzt werden. Entscheidet sich eine weitere Unfallkasse für SIGUV DS, dann sind trägerspezifische Formulare sehr wertvoll für neue Nutzer, die gleiche Anwendungsfälle haben. Müssen Formulare zum Beispiel aus rechtlichen Gründen angepasst werden, geschieht das dann an einer Stelle – was den Aufwand für die einzelnen Nutzer enorm senkt.“

SMK