Bereits im April 2025 kam das Projekt „Digitalisierung und Wandel der Beschäftigung“, an dem auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) beteiligt war, zu dem Ergebnis, dass 60 Prozent der Beschäftigten in Deutschland KI am Arbeitsplatz einsetzten. Laut einer Studie der Boston Consulting Group, die im Juni 2026 veröffentlicht wurde, liegt dieser Anteil inzwischen bei 75 Prozent der Beschäftigten ohne Führungsverantwortung, auf Führungsebene sind es gar 91 Prozent.
Der blinde Fleck scheint dabei groß zu sein. Denn laut einer Bitkom-Studie aus dem Jahr 2025 haben erst 31 Prozent der Unternehmen überhaupt Richtlinien zum KI-Einsatz entwickelt oder planen dies in der näheren Zukunft. Auch wenn die Beschäftigten sich nicht in gleichen Anteilen auf die Unternehmen verteilen, findet sich genau dort genügend Raum für „Shadow AI“.
Dieser Umstand war Microsoft im diesjährigen Cyber Pulse Report eine Warnung wert. Werden beispielsweise interne Dokumente, Kundendaten oder andere vertrauliche Informationen in ein externes KI-Tool kopiert, geht die Kontrolle über die weitere Datenverwertung verloren und es wird gegen den Datenschutz verstoßen. Ein anderes Risiko stellt der KI-Agent dar, der zunächst eine Arbeitserleichterung bietet, allerdings ohne Wissen von Geschäftsführung und IT-Abteilung eingesetzt und schließlich zur Sicherheitslücke wird. Bei einem Sozialdaten verarbeitenden Unfallversicherungsträger ist das ein sehr ernstes Problem.